Bettenfachhändler des Jahres 2023

Nach 2018 und 2020 gewinnt Betten Deisler bereits zum dritten mal den begehrten Branchenpreis: Bettenfachhändler des Jahres als Haustex Star. Diesmal in der Kategorie: Bestes Nachhaltigkeitskonzept

Mit einem Team aus vierzehn Voll- und Teilzeitmitarbeitern hat sich der Schlafraumeinrichter mit ganzheitlichem Ansatz im gehobenen Fachhandelssegment positioniert. „Schöne Dinge mit der Industrie umsetzen, ohne Verschwendung von Ressourcen, mit erneuerbaren Energien“, ist das Leitmotiv. Um seine Klimaziele zu erreichen, wurde fleißig investiert. Die Summe beläuft sich inzwischen auf einen sechsstelligen Betrag, betont der umweltbewusste Chef. Den Großteil habe man in die technische Ausstattung von Fuhrpark und Energieversorgung gesteckt.

Die Historie der Familie Deisler prägt ein erfolgreiches Unternehmertum seit über 180 Jahren, das traditionell auf Nachhaltigkeit basiert. Zurück geht die Gründungsgeschichte auf den Handweber Philipp Deisler. Stets wurde das Geschäft vom Vater an den Sohn übergeben, in sechster Generation ist das nun Thomas Deisler. Nach einem Studium der Wirtschaftspädagogik stieg der heute 33-Jährige vor zehn Jahren ein und wurde 2018 zum Alleininhaber. „Wir haben unseren Umsatz verdreifacht seit der Übernahme.“ „Bayerns ältestes Bettenfachgeschäft“ residiert mit großer Schaufensterfront in bester Lauflage, neben dem Torturm und angrenzend an die Stadtmauer von Gundelfingen. Deisler hat auf 165 m² Verkaufsfläche ein ausgewähltes Sortiment an qualitativ hochwertigen Produkten von regionalen Herstellern zusammengestellt. Matratzen, Lattenroste und Bettgestelle sind die Hauptumsatzträger, flankiert von Bettdecken, Nackenstützkissen, Bettwäsche und Frottierwaren. Die hauseigene Daunenmanufaktur Frau Holle, inklusive Bettenreinigung, rundet das Angebot ab. Ein wichtiges Kriterium im Nachhaltigkeitskonzept von Betten Deisler ist die Auswahl der Lieferanten nach Regionalität. Durch kurze Lieferwege werden der CO₂-Ausstoß deutlich verringert, die Transportkosten gesenkt und die Wirtschaftskraft der Region gestärkt.

„Über 95 %“ der Produkte aus dem Sortiment werden von Unternehmen bezogen, die in einem 300 km Radius um Gundelfingen produzieren. Vorbildhaft mit einer Zertifizierung komplett CO₂-neutral sticht der Hauptlieferant von Matratzen und Lattenrosten hervor, die im österreichischen Braunau ansässige Firma Optimo. „Von allen anderen Lieferanten wünschen wir uns das ab 2025 auch“, spricht Thomas Deisler Klartext. In der Sortimentsgestaltung konzentriert sich das Bettenfachgeschäft auf das Wesentliche. So gibt es etwa bei Matratzen ein einfaches, individuell maßgeschneidertes System. Die recycelbare Matratze ist in alle Einzelteile zerlegbar und lässt sich dadurch nachrüsten, durch abnehmbare Platten, tauschbare Kerne sowie einen kalibrierten Reißverschluss für austauschbare Bezüge. „Das ist ein absoluter Mehrwert im Sinne der Nachhaltigkeit“, erklärt der versierte Inhaber.

Der wichtigste Parameter bei den CO₂- Emmissionen ist die verbrauchte Energie. Betten Deisler betreibt eine Fußbodenheizung und zwei Heizkörper mit einer Grundwasser-Wärmepumpe und Bio-Gas. Neue Schaufenster mit besten Dämmwerten helfen beim Energiesparen. Eine eigene, im August 2021 installierte Photovoltaik-Anlage erzeugt in der Sommerzeit solare Energie für den kompletten Verbrauch. In sonnenarmen Monaten muss Strom aus einem Wasserkraftwerk in München zugekauft werden. Alle Lampen wurden auf LED umgestellt. Für die notwendige Klimaanlage im Laden an Hitzetagen wird die Überschussenergie der Solarmodule genutzt.

Die beiden geleasten, vollelektrischen Fahrzeuge im Fuhrpark werden im Sommer ausschließlich mit eigenem Sonnenstrom geladen. Der Transporter zum Ausliefern fährt die recht weiten Touren noch mit Dieselkraftstoff. Den CO₂-Ausstoß des Diesels von 8,8 t kompensiert Deisler durch regionales Bäumepflanzen, zertifiziert durch seinen Climate Partner aus München. Weiterhin hat jeder Mitarbeiter Anspruch auf ein E-Bike komplett auf Firmenkosten. „Unser Jobrad- Angebot wird großartig genutzt. Weniger als die Hälfte des Teams müssen Stand heute mit dem Auto anreisen.“ In das Projekt hat er 17.500 Euro investiert. Alle unternehmerischen Entscheidungen werden darauf gecheckt, ob sie nachhaltig sind, selbst bei Kleinigkeiten wie Büroklammern. Auch wird darauf geachtet, dass die eingesetzten Druckerzeugnisse 100 % klimaneutral´sind. Gebrauchte, zurückgegebene Ware wird gereinigt und gespendet. Darum kümmert sich Vater Cornelius Deisler, der das Geschäft ab 1980 insgesamt 27 Jahre lang führte.

So fügt sich jeder einzelne Baustein am Ende zu einem großen Ganzen. Verglichen mit dem CO₂-Ausstoß von Betten Deisler im Jahr 2018 von rund 56.000 kg lag dieser eigenen Angaben zufolge 2022 bei nur noch 9.800 kg, die zudem kompensiert werden. Probleme hat Thomas Deisler mit Firmen, die nichts für den Klimaschutz tun, sich aber Zertifikate kaufen. „Das ist klassisches Greenwashing.“

Ihm geht es nicht darum, das perfekte Beispiel zu sein für den perfekten Umweltschutz. „Aber man sollte es wenigstens versuchen.“ Mit dem Begriff „Awareness“ bringt er es auf den Punkt: Verbraucher erwarten von den Unternehmen, dass sie Verantwortung übernehmen, Klimaschutzmaßnahmen umsetzen und transparent kommunizieren. So wie es das klimaneutrale Bettenfachgeschäft mittels seiner CO₂-Zertifizierung praktiziert. „Soziale Nachhaltigkeit – das steckt in unserer DNA als Familienunternehmen drin“, beschreibt Deisler seine Vorstellungen als Arbeitgeber. Es freut ihn, dass die Belegschaft aus langjährigen und zufriedenen Mitarbeitern besteht und jeder einzelne gerne zur Arbeit kommt und sich mit dem Laden identifiziert. „Eine gute Stimmung im Team ist mir persönlich ein großes Anliegen.“


© Betten Deisler